EIN TAGESAUSFLUG, DER VIEL MEHR WAR ALS DAS – Mein Geheimtrip nach Magdeburg

9. September 2021
Ein Artikel von: Karolin Janus

GEHEIMTRIP – MAGDEBURG

„Jemand, der sich zu einer Reise aufmacht, kommt nie so zurück, wie er aufgebrochen ist.“ „Warum in die Ferne reisen, wenn das Gute liegt so nah?“ – Es gibt tausend Sprichwörter über’s Reisen. Und an allen ist irgendwie etwas dran. Und so auch an diesen beiden – an diesen beiden, die eben auch so wunderbar zu meinem Trip nach Magdeburg passen.

Schon als ich am Bahnhof stehe und auf meine Freundin Saskia warte, die mich auf diesem Geheimtrip begleitet, freue ich mich wie ein Kind. Denn es ist wirklich lange her, dass ich so einen richtigen Tagesausflug mit Stadtbummel, massenhaft Zeit, leichtem Wind in den Haaren, der Sonne im Gesicht und einer Freundin bei der Hand gemacht habe.

Und ich nehme hier das Fazit des Tages vorweg: Es hat sich am Abend so angefühlt, als wäre ich bereits vor Tagen von Zuhause aufgebrochen. So viel habe ich und haben wir erlebt. Aber der Reihe nach: Treffpunkt Bahnhof Gleis 6, Umarmung nach langer Zeit, Fahrrad ausleihen – und los geht‘s. Zuerst Richtung Zentrum, um bei Betsy Peymann reinzuschauen. Denn gezielt nachhaltig und bewusst einkaufen lässt sich prima mit einem Kurztrip verbinden. Und so habe ich für diesen Trip auch einige kleine Dinge und Wünsche auf der Liste. Weiter geht‘s Richtung Thies. Und schon auf dem Weg dorthin kommen wir nicht umhin, ein paar echte Touri-Emotionen zu zeigen, die absolut nicht übertrieben sind. Das Hundertwasserhaus macht in seiner imposanten Größe echt was her, und immer wieder nach oben blickend, schlendern wir hindurch. Im Thies angekommen, gibt es erst mal ein kurzes Meeting mit der Crew vom Geheimtipp. Dazu ein überbackenes Käsesandwich mit Käse und nochmal Käse und das Verweilen in einer wirklich schönen Location. Die Verbindung von gut Essen und entspannt Einkaufen gefällt uns. Und auch eine kleine Einkaufsbummelrunde in diesen Räumen ist drin. Was Saskia und mir schon nach beiden „Stationen“ auffällt – wir gehen nicht nur in Läden, sondern wir treffen auf Geschichten und so viele nette Leute. Überall gibt es einen Plausch. Überall kommt irgendwo ein kleiner Ladenhund hinter der Theke vor, der gestreichelt oder zumindest beguckt werden möchte. Wir haben Zeit und nichts weiter vor, als die Stadt in aller Ruhe zu erkunden, und so bleiben wir auch in jedem Laden eine Weile und unterhalten uns.

Mit der Straßenbahn geht es weiter nach Stadtfeld. Zuerst zu Anja ins Livland. Und ich weiß sofort: das ist wieder so ein herrlicher Laden, in dem man erst einmal sichten muss, weil schon beim Eintreten alles so wunderschön aussieht und einem aus jeder Ecke etwas anderes Wunderbares entgegenspringt. Saskia und ich halten abwechselnd verzückt irgendwelche Dinge hoch und freuen uns. Schade, dass wir nur mir Tasche und Stoffbeutel ausgestattet sind und noch ein bisschen Weg vor uns haben, und so lassen wir die wunderschöne Keramik stehen. Auf einen Schwatz geht es mit Eis von Frieda Frost auf die Stühle vor dem Laden. Danke, Anja – für das leckere Eis und das entspannte Schwätzchen. Wir ziehen weiter. Ein paar Straßen entlang, mal links, mal rechts – Stadtfeldt ist super süß. Wir entdecken das Retrodepot. Aber der Laden hat leider zu, und so bleiben wir verzückt vor dem Fenster stehen und shoppen in Gedanken. Dann gibt es eine kurze Erfrischung, denn gleich die Straße rauf springt uns das Schild vom Getränkefeinkost ins Auge. Und dieser Getränkeladen – ich muss es einfach besonders betonen – ist faszinierend. Ich habe selten, oder vielleicht auch noch nie, so einen lässig und stylisch eingerichteten Getränkemarkt gesehen, und wohl auch noch nie einen, mit einer solchen Auswahl.

Und jetzt, nach all den Gesprächen und Metern, sind wir zugegebenermaßen ein bisschen platt und „maulfaul“. Also entscheidet schnell das schönste Etikett, und wir setzen uns mit einer Mate und einem Eistee vors Janasch‘s. Von dort haben wir schon einen guten Blick auf die Postkarten und ein paar Bücher, und natürlich – ist ja klar – wir sind dann auch hineingegangen :).

Mit der Straßenbahn geht es – mittlerweile etwas durchgeschwitzt, aber glücklich – zurück in die Innenstadt. Wo die Bahn abfährt, haben wir bei Anja im Livland erfragt. Es war sowieso alles wie eine Art Schnipseljagd für Erwachsene, dieser Trip. :)) So hatten wir von unserem Plausch im Thies zum Beispiel auch ein paar Geheimtipps in Sachen Dinner in der Tasche. Denn ursprünglich standen entweder das Botanica oder der Hoflieferant auf dem Plan, aber beide Läden hatten an diesem Tag leider geschlossen. Und so haben wir das kazokuizakaya entdeckt. Es gab zum Glück noch einen Tisch im Freien, und beim Hinsetzen war dann ziemlich schnell klar, hier bleiben wir. So ein ganzer Tag in der Stadt macht sich dann auch irgendwann bemerkbar. Ein super schöner homemade Eistee, Gin Tonic mit landestypischem Gin und verschiedene Speisen zum Teilen, Probieren und Hin-und-her-Tauschen. Herrlich. Es war wirklich köstlich.

Gestärkt für die letzte kleine „Etappe“, schlendern wir noch einmal los. In der lauen Sommerabendluft Richtung Elbe, am Domplatz und am Dom vorbei, durch den Möllenvogteigarten, zu den Elbtreppen, am Biergarten „Schweizer Milchkuranstalt Fürstenwall“ vorbei, durch den Fürstenwallpark und dann ab zur Straßenbahn. Ziemlich erledigt, aber total beseelt und glücklich geht es jetzt Richtung ElbQuartier. Denn hier haben wir übernachtet, und weil wir vorher schon auf Instagram gesehen hatten, was uns hier erwartet, waren wir voller Vorfreude und haben das Abendprogramm und den gemütlichen Teil bewusst hierher verlegt. Denn diese Unterkunft ist wirklich zu schön, um hier nur kurz zu verweilen.

Eine Nacht im ElbQuartier. Danke, es war fabelhaft.

Also das war so: Wir sind angekommen, haben aufgeschlossen und dann … rannten wir wie die kreischenden Mädchen in einer gewissen Fernsehshow, die wir natürlich nur vom Hörensagen kennen, durch das Haus, und es brauchte keinen Whirpool und keine Luxusloftübertreibungen. Es war einfach nur schön. Mit so viel Liebe und einem Auge für Details, Farben, Formen und dem Blick für das Wesentliche eingerichtet. Wir wollten hier wohnen! Und bleiben für immer! Liebevolle Details, bei denen man sehen kann, dass sie mit Hingabe aufgearbeitet wurden. Minimalistische Einrichtung, aber mit dem Fokus auf das Schöne und Nützliche. Und das so mittendrin in der Stadt. Es ist wirklich eine Stadtoase. Und das Besondere dabei ist, dass man nicht das Gefühl hat, man übernachtet in einem Hotel. Es hat sich wie Zuhause angefühlt. Wir haben uns willkommen gefühlt – aber so was von. Mit zwei Bier und den letzten kleinen Gesprächen am Tag haben wir auf der Terrasse, umgeben von Weinreben und dem Gemurmel der Nachbarn, den Tag ausklingen lassen. Und dann ging es ins Bett. Endlich 🙂

Wir haben wunderbar geschlafen und wir sind extra zeitig aufgestanden, damit wir noch eine ganze kleine Weile in diesem schönen Ambiente verweilen konnten. Tee, Kaffee, das noch nasse Haar ins Handtuch gehüllt, ein Spaziergang durch den Garten. Und auch wenn wir beide diesmal ohne Kinder unterwegs waren, sind wir bis zur Lütteninsel vorgedrungen und waren hingerissen. Also wirklich. Könnten wir zaubern, hätten wir beide die Kinder für eine halbe Stunde hergehext, nur um ihnen zu zeigen „Guckt mal, ist das nicht schön?“ und um ihnen eine Weile beim Spielen zuzuschauen. Aber dann hätten wir sie auch schon wieder weggehext 😉 – war ja schließlich unser Mädelstrip. Dann blieb uns nur noch ein kurzer Moment, um all die liebevollen und so schönen Details im Garten zu bewundern und dann hieß es für uns beide auch schon – Tschüßiiii, Magdeburg! Aber wir kommen auf jeden Fall wieder. Das steht fest. Es war richtig richtig großartig.
Danke, Magdeburg!

KAROLIN

„Das Beste an diesem Trip waren die Begegnungen. Und dass wir uns die Zeit genommen haben, diese schöne Stadt in Ruhe zu erkunden. In kleinen Schritten und mit vielen wunderbaren Stationen und so freundlichen Menschen.“

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