EINE RADTOUR DURCH DIE TOSKANA DES OSTEN

17. Mai 2022
Ein Artikel von: Anja Krause

GEHEIMTIPP SACHSEN-ANHALT

[Bezahlte Kooperation mit Handgemacht Saale-Unstrut]

Wusstet ihr, dass die Saale-Unstrut-Gegend fast so schön wie die Toskana ist? Wir haben uns schon lange einmal vorgenommen, diese besondere Region hier mit ihrer hügeligen Landschaft und den vielen kleinen Weinanbaugebieten zu erkunden. Vor kurzem erzählte man uns, dass gerade jetzt, im Mai, die Bäume in voller Blüte stehen und der Frühling ein so beglückendes Gefühl vermittelt, dass wir uns kurzerhand vom Büroalltag verabschiedet und auf eine Radtour entlang der Weißen Elster und des Zuckerbahnradweges begeben haben.

1. Tour – Elsterradweg: Zeitz Bahnhof nach Droyßig ca 17 km

2. Tour – Zuckerbahn Radweg: Droyßig nach Zeitz Bahnhof ca. 9 km

3. Tour – Elsterradweg: Zeitz Bahnhof nach Göbitz ca. 7 km

Bereits am frühen Morgen kommen wir mit dem Auto in Zeitz am Bahnhof an und leihen uns 3 E-Bikes bei den hiesigen Stadtwerken. Bisher haben wir noch keine Erfahrung mit Elektrorädern gemacht, sind aber schon sehr auf die Fahrweise gespannt. Nach kurzer, aber gut verständlicher Einweisung beginnen wir unsere Tour, bei leicht sonnigem, noch recht kühlem Frühlingswetter. Wir fahren direkt auf den Elsterradweg auf, orientieren uns am Fluss und radeln im Stadtkern an alten, teils unbewohnten, schönen Herrenhäusern vorbei. Der Name „Weiße Elster“ hat im Übrigen nichts mit dem schwarz-weißen Rabenvogel zu tun. Im Slawischen heißt „Alstrawa“ „die Eilende“, und daraus wurde später „Elster“.

“Es sei noch erwähnt: Falls ihr Kulturliebhaber seid,
könnt ihr hier schon einen Zwischenstopp einlegen und
das Schloss Moritzburg und den Zeitzer Dom St. Peter und Paul besichtigen.”

Unser Weg führt uns mit Hilfe einer Touren-App, die für Ortsunkundige zu empfehlen ist, stadtauswärts und rein in die Natur. Wir entdecken, bei weitem Blick über die hügelige Landschaft und herrlichem Vogelgezwitscher links und rechts des Weges, die ersten blühenden Obstbäume. Das Frühlingsgefühl stellt sich ein. Entlang von weiten, satten Wiesen und Feldern und vorbei an grasenden Schafherden, die uns ihren Gruß mit auf dem Weg geben, radeln wir nach ca. 9 km zu unserem ersten Zwischenstopp, der überdachten Wetterschutzhütte Haynsburg. Wir sind hier mit Katharina von „Handgemacht Saale-Unstrut“ verabredet. Sie überrascht uns mit einem stärkenden Frühstück und kleinen Köstlichkeiten aus der Region. Mit einem edlen Cuvée, (einer Komposition, die die drei typischen Weinsorten der Champagne in sich vereint), läuten wir unser Picknick ein. Der Tisch ist reich gedeckt. Mit frischen Brötchen aus der Bäckerstube, hausgemachtem Erdbeer-Fruchtaufstrich, Birnen-Backpflaumen-Chutney zum Käse und einem handgemachten Kürbiskernaufstrich mit Zutaten aus regionalen kleinen Manufakturen, stärken wir uns. Übrigens, den Löffellikör kann ich wärmstens empfehlen! Wir lauschen genüsslich den Geschichten über die Region und wie alles mit dem familienbetriebenen Weingut Triebe am nahe gelegenen Hang begonnen hat.

Der Elsterradweg führt ca. 250 km von der Quelle in der Nähe der tschechischen Stadt Aš bis zur Mündung der Weißen Elster in die Saale bei Halle in Sachsen- Anhalt. Der Radweg wurde zum größten Teil entlang des Flussufers gewählt.

Zuckerbahnradweg: einst Eisenbahnstrecke für den Transport von Braunkohle und Zuckerrüben, heute zum Rad-und Wanderweg umgebaut und durchgängig befahrbar von Zeitz bis zum Anschluss an den Saale-Radweg bei Stöben.

Nach der kulinarischen Auszeit geht es weiter. Die kandierten Kürbiskerne als Wegzehrung verstauen wir noch schnell in unserem Rucksack und setzen dann die Erlebnistour fort.  Auch wenn unser Weg eigentlich über die Brücke der Weißen Elster zum anderen Ufer in Richtung Droyßig führt, entscheiden wir uns anders. Unsere Augen haben in der Ferne Kajakfahrer im Wasser entdeckt. Hier an diesem Stück des Flusses laden kleine Stromschnellen zum Wildwasserfahren ein. Wir schauen jungen Sportfahrern beim Trainieren zu und sind fasziniert von der Technik, mit der sie ihr Boot durch das Nass manövrieren.

Zurück über die schon erwähnte Brücke geht es am anderen Ufer der Weißen Elster entlang, durch kleine Orte. Zwischen Pferdekoppeln, Hopfenfeldern und viel unberührter Natur fragen wir Kinder, die gerade an einem Weiher spielen, nach dem rechten Weg. Droyßig ist nicht mehr weit. Auf einem Wiesenweg schieben wir die Fahrräder den Hang hinauf. Für uns Stadtmenschen ist es eine ganz schöne Herausforderung. Später erfahren wir, dass dieser Weg noch zu einem Radwanderweg ausgebaut werden soll. Oben angekommen, werden wir mit dem Blick über die Weinberge hinab ins Tal belohnt. Spätestens jetzt verstehen wir, warum diese Region die Toskana des Ostens genannt wird. Wir radeln in den Ort hinein und entdecken linkerhand einen alten, roten französischen Lieferwagen. Hier werden hausgemachte Wildflammkuchen von der Wilden Manufaktur verkauft. Wir kommen mit Matthias, dem Inhaber, schnell ins Gespräch, während er alles für uns zubereitet.  Hungrig von der Anstrengung genießen wir die kulinarische Stärkung mit Blick auf das gegenüberliegende Schloss. Es war ursprünglich eine mittelalterliche Burganlage aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert zu einem Wohnschloss umgebaut. Danach geht es ortsauswärts vom Elsterradweg direkt auf den Zuckerbahnradweg. Er führt uns 9 km durch die grüne Natur, über kleine Dörfer wieder zurück nach Zeitz.

Ausflugsziele in der Nähe:
das Kloster Posa
(nur zu Veranstaltungen geöffnent)

die auf einem Hügel gelegene Kirche in Gleina

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Am Bahnhof vorbei, begeben wir uns wieder auf den Elsterradweg, der sich von hier nun durch die flache Landschaft schlängelt. Quer durch Frühlingswälder, die von blühenden Buschwindröschen übersät sind, immer wieder den Fluss überquerend, kommen wir zum Baumwipfelpfad in Zangenberg. Hier hätten wir gern eine Rast eingelegt, aber entlang der grünen Weiden mit Kühen und Pferden ist unser eigentliches Ziel schon ganz nah – Göbitz Ortsteil Elsteraue. Der beschauliche Ort begrüßt uns mit künstlerisch geschnitzten Holzfiguren, die unsere Neugierde wecken. Wie wir erfahren, sind diese im letzten Jahr von verschiedenen Holzschnitzkünstlern zum Thema “Natur und Umwelt in den Augen der Kinder” erschaffen und rund um das Herrenhaus in Göbitz aufgestellt worden. Das Gebäude von 1881 wird nach und nach liebevoll saniert und bietet schon heute Gästen eine gemütliche Unterkunft in seinen alten Gemäuern. Nach einem kleinen Spaziergang durch den schönen Ort stehen wir vor dem Tor des Hofes Göbitz. Bei Kaffee, Kuchen und Gastfreundschaft wärmen wir uns ein wenig auf, stärken uns, kuscheln mit dem Kater und treten dann das letzte Stück unserer Tour zurück zum Ausgangspunkt nach Zeitz an.

Was für eine Auszeit. Sie ist auf jeden Fall für alle Naturliebhaber zu empfehlen, und für diejenigen, die das entschleunigte Leben schätzen. Da, wo sich Dorf an Dorf reiht und Landleben noch Landleben ist.

Unsere Empfehlung: Diese Strecke lohnt sich besonders am Wochenende, da hier die Kirchen und kulinarischen Angebote der Höfe erlebbar sind.

Wir waren von der Landschaft begeistert, sind voller Eindrücke zurückgekehrt und behalten die kleine regionale Toskana gern in Erinnerung. Für‘s nächste Mal buchen wir eine Besichtigung eines der schönen Weinberge.

Alle Infos zu den regionalen Produkten unseres kulinarischen Picknicks:

Sekt – Cuvée Annemarie von Wein und Sektgut Hubertus Triebe
Apfel, Schorle & Fruchtaufstrich vom Hofladen Alexander Müller
schönes Holzbrettchen von der Werkstatt für Holzspielzeug Steffen Schmidt
Löffellikör, Eier, Knoblauchöl (im Aufstrich siehe Rezept) von MaMa’s Unstruttaler
Brötchen & Hefezopf, Traditionsbäckerei Helge Sommerwerk
vanillig kandierte Kürbiskerne (Knabberkerne aus dem Geiseltal) von Johannes Reinhardt
Birnen Backpflaumen Chutney – Hof Göbitz, Andrea Hilser
Weingelee von Weinberghotel Edelacker

ANJA

“Natur, gutes Essen, zauberhafte Orte, interessante Menschen, eben alles, was das Leben schöner macht… das zu entecken ist unsere Leidenschaft.”

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