Bereits seit Ende der 90er Jahre hat das Regionalmanagement Dübener Heide ein Netzwerk aufgebaut, aus dem die Marke „Bestes aus der Dübener Heide“ hervorgegangen ist. Aber wo können die Kunden all die regionalen Produkte kaufen? Theresia hat dazu die zündende Idee: sie entwickelt, gefördert durch das „Netzwerk Stadt-Land“ und das Land Sachsen-Anhalt, den Online-Marktplatz „Kramer und Konsorten“. Der Name trifft das Wesen des neuen virtuellen Marktplatzes für Regionales, denn ein Kramer ist im norddeutschen Sprachgebrauch ein Händler und die Konsorten sind die dazu gehörenden selbstständigen Erzeuger. So steht hinter jedem Produkt eine Unternehmerpersönlichkeit aus der Region, die mit Phantasie und Engagement die vor Ort bestehenden Mittel und Möglichkeiten nutzt, um etwas daraus herzustellen. Sei es nun das Bio-Mohnöl aus Eilenburg-Behlitz oder der Orangenlikör aus Oranienbaum-Wörlitz oder Dinkel aus dem Biolandanbau in Thiessen. Es gibt viel Gutes und Schmackhaftes zu entdecken, und Theresia kennt die Erzeuger und deren Geschichten persönlich. Sie weiß auch, wo die Lebensmittel wachsen, aus denen die Produkte hergestellt werden. Nüsse aus Sachsen und Kürbiskerne aus Bad Schmiedeberg etwa, oder Eier aus Pretzsch. Natürlich lässt sich nicht alles in der Region selbst erzeugen, aber ein Großteil schon, und dies ist auch der Anspruch der Marke „Kramer und Konsorten“. Unweigerlich erschließt sich beim Durchstöbern des Warenangebotes auf dem virtuellen Marktplatz eine ganze Region in ihrer Vielfältigkeit. Im vergangenen Jahr konnte Theresia – zusammen mit dem Dübener Heide e.V. und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld/Dessau/Wittenberg mbH – einen Wettbewerb unter dem Motto „Augenlust und Gaumenfreude“ ausschreiben, der gezeigt hat, dass es viele kreative Köpfe in der Region gibt, die Ideen zu neuen Produkten entwickelt haben.
„Für mich ist es eine Art sportliches Vergnügen zu überlegen, welche Produkte, die ich täglich brauche, in einem Umkreis von 100 km angebaut und produziert werden“, sagt Theresia, wenn sie über den Sinn ihrer nachhaltigen Unternehmung nachdenkt. Genau diese 100 km Grenze schließt regionale Produkte überregionalen Verkauf aus. Um sie überschreiten zu können, müssen auf der Verpackung jedes Produktes Informationen über seine Zusammensetzung gegeben werden. Aber auch dort hat Theresia eine Lösung parat, indem sie jede Verpackung mit einer entsprechenden Nährwerttabelle versieht und damit über die Qualität des Produktes Auskunft gibt. So können dank „Kramer und Konsorten“ die regionalen Produkte auch überregional verkauft werden.
Seit Mai 2020 ist der Online-Einkauf von Produkten aus kleinen Manufakturen und landwirtschaftlichen Betrieben aus den Landkreisen Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld, Nordsachsen und Dessau-Rosslau im Internet rund um die Uhr möglich, einzelne Verkaufsregale mit ausgesuchten Waren gibt es in kleinen Geschäften der Region. Die Idee, so neu sie ist, soll wachsen und weiter ausgebaut werden. Die Gründerin denkt bereits darüber nach, wie sie auch noch Frischeprodukte in den Marktplatz aufnehmen kann. Auch hat sie die Idee, die regionalen Produkte, zu besonderen Homeoffice-Sets geschnürt, an den Mann oder die Frau zu bringen. Pandemiegeplagte Homeoffice-Mitarbeiter sollen auf diese Weise von ihren Arbeitgebern eine tägliche Unterstützung erhalten: ein persönliches Päckchen mit Nudeln, einer Kräutermischung sowie einem kleinen Fläschchen Kürbiskernöl aus der Region, aus dem man sich eine schmackhafte Mahlzeit kochen und passend dazu einen leckeren Tee aufbrühen kann. Eine sehr kreative Idee, um Menschen von der Qualität der regional produzierten Lebensmittel zu überzeugen.
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