MAGISCHES ERLEBNIS FÜR GROß UND KLEIN

18. November 2021

Ein Artikel von: MARIA ANNA SCHWARZBERG

MÄRCHENPARK & DUFTGARTEN – SALZWEDEL

Es gibt diese Orte, an denen Uhrzeiten ihre Wichtigkeit verlieren und Momente gelebt werden. Wo wir begeistert und neugierig sind, gar nicht genug vom Entdecken und Ausprobieren bekommen können und dieser Zauber namens Kindheit sich breit macht. Der Märchenpark und Duftgarten mit seiner Spielscheune ist ein solcher Ort.

Farbe und Schokolade geben den letzten Schliff...

KONTAKT

Märchenpark und Duftgarten Salzwedel
An der Warthe 5
29410 Salzwedel

Eingang Märchenpark (Vermietungen):
03901 / 3939 – 811
Elfencafé im Märchenpark (Angebote):
03901 / 3939 – 812
Spielscheune (Kindergeburtstage):
03901 / 3939 – 813

ÖFFNUNGSZEITEN

November – April:
Mo – Fr: 11- 19 Uhr Wochenende

Feiertage und Ferien (Sachsen-Anhalt):
10 – 19 Uhr 24.12. und 31.12. geschlossen

Mai – Oktober:
durchgehend 10 – 19 Uhr

www.maerchenpark-duftgarten.de
facebook

 

Begonnen hat alles mit einer ABM-Gesellschaft in der drei Frauen, Inge, Anne und Cornelia, die Idee hatten, den Salzwedel Weihnachtsmarkt zu verschönern. Märchenhütten wollten sie bauen und darin die traditionellen Märchen darstellen. Als Cornelia Wiechmann, die Geschäftsführerin des Parks, mir davon erzählt, sehe ich die damaligen Hütten gleich vor mir. Mit Liebe zum Detail wurden Klassiker wie Rotkäppchen und der Wolf oder Frau Holle wieder Teil der Winter- und Weihnachtszeit. Inge, Anne und Cornelia haben damals die Planung in die Hand genommen und die Arbeitskräfte koordiniert. In der Maßnahme waren auch Schlosser, die die Grundgestelle aus Eisen fertigten und Schneiderinnen, die die Kleider nähten. Die Hütten wurden fertig gestaltet und waren ein großer Erfolg. Erwachsene und Kinder fragten gleichermaßen begeistert: „Können wir das nicht auch in den Sommerferien ansehen?“

Die Stadt Salzwedel kaufte das Ackergelände an der Warthe und Frau Wiechmann bekam die Aufgabe: Mach’ mal! Also ist die gelernte Bilanzbuchhalterin in die Bibliothek gegangen und hat sich in abendlicher Fleißarbeit Wissen über Gartenbau angeeignet. Nach der Urbarmachung des Geländes hat sie thematische Abteilungen geschaffen: Märchen im Wald, Schlossmärchen und so weiter. Ein Spielplatz durfte natürlich nicht fehlen, die Wege sollten verschlungen durch den Park führen. Die ArbeiterInnen der Maßnahme des 2. Arbeitsmarktes waren die Stütze. Ohne die MaurerInnen, GärtnerInnen und HandwerkerInnen wären Projekte wie die Burg nicht zu realisieren gewesen.

Der Märchenpark mit allen Bauten und Bepflanzungen stammt aus dem kreativen Kopf von Cornelia Wiechmann. Sie stand oft im Park und hat ihre Ideen überprüft: Passt das hier rein? Wie müssen die Anmaße sein? Können die Kinder durch die Fenster gucken? Und die Erwachsenen? Ihre Ideen hat sie weiter gegeben und war immer wieder verblüfft, wie gut sie in der Realität umgesetzt wurden. „Einiges habe ich auch vor Ort mitgestaltet.“, sagt sie stolz als wir über das Gelände gehen. Ein Teil der bemalten Wände in der Spielscheune sind zum Beispiel aus ihrer Hand. Ich bin ziemlich beeindruckt von der Frau mit dem rationalen Job und ihrem Team. Nur weil ich mir etwas vorstelle, ist es noch nicht Realität geworden. Aber vielleicht ist es genau das märchenhafte, das die Menschen in ihrer Arbeit verbindet.

Besonders fallen mir (und allen anderen) die Figuren auf, die – wie alles – vor Ort in der Werkstatt gefertigt werden. Der Schlosser schweißte die Grundgerüste aus Eisen, diese werden mit kleinmaschigem Draht umwickelt und mit Armierungsmörtel geformt. Farbe und Schokolade geben den letzten Schliff – die Schokolade ist das Antriebsmittel der Gestalterin Renate, die bereits Hunderte von Figuren erschaffen hat. „Viele Leute möchten gern ihr Ebenbild als Figur, aber dafür fehlt mir die Zeit. Aber meinen Mann habe ich hier verewigt, er ist der dicke Bäcker bei Max und Moritz.“, erzähl sie lachend.

Ganz neu ist das große Boot auf dem Spielplatz, das natürlich auch vor Ort gebaut wurde. Dieses Kreative, die Hingabe, die Details und das Handwerk machen den Märchenpark zu einem besonderen Ort, an dem man jede Entdeckung wegen der Individualität noch einmal mehr wertschätzt. Dieses Individuelle, das es nicht in anderen Parks gibt und das den Märchenpark von den Themenparks unterscheidet, wird immer wieder gelobt. „Sowas haben wir noch nicht gesehen!“, bekommt Frau Wiechmann oft gesagt. Nach Schloss, Burg, Wald, japanischem Garten, Zoo, Spielplatz und dem Duftgarten, der thematisch dem Lebensweg bis ins Paradies abbildet, gehen wir in die Spielscheune und ich flippe beim Anblick des Indoor-Spielplatzes über zwei Ebenen komplett aus. Die Scheune stand ursprünglich in dem Dorf Simander und ist von dort in den Märchenpark umgezogen. Jetzt gibt es darin auch ein Café mit selbst gebackenen Kuchen. Alle Wände sind in Handarbeit bemalt worden. Die Schuhe bleiben im Eingangsbereich und wir erkunden auf Socken den Spielplatz, bei dem es nichts gibt, was es nicht gibt. „Sowas habe ich ja noch nie gesehen!“, rufe ich und versuche einen Weg zu einer fast senkrechten Rutsche zu finden. Als ich oben sitze, traue ich mich erst nicht. Dann sage ich mir: „Maria, Fünfjährige rutschen hier.“ und lasse die Angst los.

Noch beim Kuchenessen im Café an der Burg muss ich darüber lachen, dass unser Fotograf mich unten an der Rutsche mit seinen Beinen bremsen musste. Frau Wiechmann lädt uns zu einem leckeren Abschluss aus Käsekuchen und Stachelbeer-Baiser ein. Es gibt auch Herzhaftes, wie Folienkartoffeln oder Soljanka, und natürlich warme und kalte Getränke. Alles, was es für ein Picknick braucht, um gestärkt weiter durch den Park zu ziehen. Wir gehen zum Abschied noch einmal an den Figuren und Tieren vorüber, dann sehen wir auf die Uhr: „Wir waren aber lange hier!“

Fotograf: Michael Palatini

MARIA ANNA

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