SCHLEMMEND DURCH DIE STADT(GESCHICHTE) – LUKULLUS TOURS

13. Januar 2022
Ein Artikel von: Franziska Dusch

LUKULLUS TOURS – MAGDEBURG

„Lassen Sie uns ganz klassisch am Dom treffen“, schlägt Heike Bodemann-Schenk vor, und als ich vorsichtig nachfrage, gerät sie ins Schwärmen und holt aus, berichtet von der Erstbesiedelung in der Region und Otto dem Großen, der Magdeburg den Spitznamen „Drittes Rom“ beschert habe. Hier brennt jemand eindeutig für Geschichte!

„Lucullus wird nachgesagt, dass er ausufernde Mahlzeiten genoss, prächtige Gärten mit kostbaren Skulpturen anlegte und eine große Bibliothek pflegte…”

Angefangen hat Heike Bodemann-Schenk ganz fundiert mit einer Stadtführerausbildung in Magdeburg: „Als Zugezogene wusste ich, dass ich etwas machen muss, um die Stadt besser kennenzulernen.“ Nach Hunderten eigenen Führungen kennt sie mittlerweile die meisten Steine sowie die Geschichten dahinter und darunter. 2014 wurde Lukullus-Tours gegründet. Heike Bodemann-Schenk stieg schnell ein und begann als Geschäftsführerin vorhandene Konzepte zu überarbeiten und eigene Touren zu planen. Schwerpunkt ist stets, Geschichte und Kulinarik auf unterhaltsame Weise zu verbinden – ganz im Sinne des Namensgebers, des römischen Feldherrn Lucullus. „Lucullus wird nachgesagt, dass er ausufernde Mahlzeiten genoss, prächtige Gärten mit kostbaren Skulpturen anlegte und eine große Bibliothek pflegte, die offen für Interessierte war. Und jetzt öffnen viele regionale gastronomische Einrichtungen ihre Türen, wenn eine Lukullus-Gruppe kommt“, erklärt Heike Bodemann-Schenk. Je nach Örtlichkeit werden die Teilnehmenden dann mit einem Getränk, Snack oder einer ganzen Mahlzeit überrascht. Oft gesellt sich der Kopf der gastronomischen Einrichtung dazu und plaudert aus dem Nähkästchen oder eher Kochtöpfchen.

KONTAKT

Lukullus Tours
Merkurweg 44
39118 Magdeburg
Tel.: 0391 – 24 20 30 21

info@lukullus-tours.de
www.lukullus-tours.de

Das Konzept geht auf: Etwa drei Monate im Voraus sind die meisten Touren ausgebucht und das neunköpfige Team gut beschäftigt. „Etwa fünf bis sieben Stationen werden pro Tour besucht, 6000 Schritte gegangen und einige Gläser Glühwein oder Sekt – je nach Jahreszeit – getrunken“, fasst Bodemann-Schenk zusammen.

Neben diesen kulinarischen Touren bietet das Team von Lukullus Tours auch Outdoor Escape Games an. Ausgestattet mit iPads und Zubehör lösen die Spielenden verschiedene Rätsel und lernen dabei Magdeburg noch besser kennen, denn natürlich sind auch diese Touren historisch fundiert. So gilt es in einem Spiel herauszufinden, wie Erzbischof Burchard III. ums Leben kam. Fun Fact: Dieser Bischof hat sich wohl aus mehreren Gründen unbeliebt gemacht, aber die Erhöhung der Biersteuer soll den Höhepunkt seiner Habgier markiert und zu seinem frühen Ableben beigetragen haben. Übrigens werden die iPads getrackt, und wenn eine Gruppe sich verläuft oder bei den Rätseln nicht weiterweiß, ist das Lukullus-Team natürlich behilflich.

Die meisten Gäste sind Menschen aus Magdeburg und Umgebung, die Lust haben, ihre Stadt neu kennenzulernen. Neben den öffentlichen Touren gibt es auch eine Vielzahl von Touren, die von festen Gruppen besucht und individuell auf die Teilnehmenden zugeschnitten werden. Auch in Halle an der Saale und in der Altmark fanden schon Touren statt.

Ich habe während dieses Interviewspaziergangs in der Tat viel gelernt und gelacht und kann mir gut vorstellen, dass es mit einigen kulinarischen Stopps noch unterhaltsamer hergeht.

Fotograf: Thomas Sasse

FRANZISKA

“Wenn ihr einmal an einer Tour teilnehmt, fragt unbedingt nach den „Magdeburger Originalen“. Schlackaffe, Fliejentutenheinrich oder die Blutappelsine sollen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Magdeburg gelebt und mit ihren kauzigen Eigenarten stadtbekannt gewesen sein.”

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