FILTERCOFFEE IS NOT A CRIME

20. Mai 2021

Ein Artikel von: Franziska Dusch

KAFFEE KRÖM – MAGDEBURG

„Ich bin erst spät zum Kaffee gekommen“, gibt Julian König von der Magdeburger Kaffeerösterei KRÖM offen zu. Aufgewachsen in Magdeburg als jüngstes von vier Geschwistern, tranken alle schon längst zum Frühstück Kaffee, Julian aber näherte sich erst während des Studiums in Marburg dem schwarzen Gold aus Koffein.

„Es gab schon immer Spinnereien, etwas selbstständig zu machen. Am Wochenende habe ich mit der Gang abgehangen und wild Ideen ausgeheckt.“

„Das war eine anstrengende Zeit – nach einem Agenturtag erst das Kind ins Bett bringen und dann noch mal an der Röstmaschine stehen.“

Seitdem hat er sich aber in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickelt, sodass er nach dem Umzug nach Berlin im dortigen Freundeskreis schnell „als der Kaffee-Nerd galt“. „Es gab schon immer Spinnereien, etwas selbstständig zu machen. Am Wochenende habe ich mit der Gang abgehangen und wild Ideen ausgeheckt“, erinnert sich der 34-jährige Julian und erzählt von den vielen Kaffeeröstereien in Berlin und seinem Kaffee-Faible, das zunehmend wuchs. Dann schenkte ihm seine Frau eine Kaffeeverkostung, ein sogenanntes Coffee Cupping – er hatte ein Aha-Erlebnis und wusste, dass er beruflich auf die Kaffeebohne setzen möchte.

Familie König hatte mittlerweile auch Nachwuchs bekommen, und nach einigen Jahren in der Hauptstadt wurde die Vorstellung, wieder nach Magdeburg zu ziehen, mit den Großeltern in der Nähe, immer attraktiver. Im Sommer 2018 war es dann so weit, die Familie zog um, der Job in der Marketingagentur lief weiter von zu Hause aus, aber parallel begann Julian, seine eigene Kaffeerösterei aufzubauen. „Das war eine anstrengende Zeit – nach einem Agenturtag erst das Kind ins Bett bringen und dann noch mal an der Röstmaschine stehen“, fasst Julian zusammen. Aber es hat sich gelohnt: Nach intensivem „Einrösten, Rumprobieren, Fachliteratur aus den USA lesend und auch über YouTube Channels mit der Fachwelt in Kontakt stehend“, wie Julian berichtet, hatte er den Dreh an der Röstmaschine raus! „Da war viel Trial and Error dabei“, aber im Januar 2019 konnte es so richtig losgehen. Ein Freund aus Schulzeiten von der Designagentur FORMFLUTDESIGN unterstützte ihn bei der Entwicklung von Design und Logo. Die Bildmarke KRÖM ist übrigens zusammengesetzt aus KaffeeRÖstereiMagdeburg.

ÖFFNUNGSZEITEN

Hier ist nachzulesen, wo neben dem Onlineshop
auch KRÖM-Produkte gekauft werden können:
kaffeeroesterei-magdeburg.de/verkaufsstellen/

Jeden Donnerstag ist Werksverkauf: 15.30 bis 17.30 Uhr


KONTAKT

KRÖM Kaffeerösterei Magdeburg
Alt Westerhüsen 41
39122 Magdeburg

info@kaffeeroesterei-magdeburg.de
www.kaffeeroesterei-magdeburg.de

Telefon: 0160 964 071 13

Julian hat drei Kategorien definiert, um seine Kaffeesorten zu beschreiben: Hauptnote, Mundgefühl und Säure. Auf jeder Packung ist auch vermerkt, woher genau die Kaffeebohne stammt. „Bei einem Supermarktkaffee kann man leider nicht rauslesen, woher der Kaffee kommt, bei Wein ist das schon Standard, und das würde ich mir auch für Kaffee wünschen!“ Auch ein Wunsch Julians wäre „ein Kaffeeladen ähnlich wie eine Weinhandlung, in der die Kundschaft aus vielen verschiedenen Kaffeebohnen auswählen kann. Ich bin Röster, ich setze die Idee nicht selbst um“, sagt Julian schmunzelnd. Wichtig für Julian ist nicht nur zu wissen, woher der Kaffee kommt, sondern auch, ob er unter fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Mittlerweile beliefert Julian einige Geschäfte in Magdeburg, geplant ist jedoch auch, dass seine Rösterei mindestens einmal wöchentlich Cafébetrieb und offenem Ausschank anbietet. Familie Thies vom lokalen Concept Store Thies ist ihm bei der Inneneinrichtung behilflich. Während des Gesprächs wird immer wieder deutlich, wie zufrieden Julian darüber ist, wieder in Magdeburg zu leben und an sein Netzwerk anknüpfen zu können: „Nach zwölf Jahren Abwesenheit von Magdeburg kenne ich immer noch die Wege und treffe viele Leute wieder. Zum Beispiel habe ich früher abgedanced, wenn der Stefan im Projekt7 aufgelegt hat, und jetzt beliefere ich ihn mit gutem KRÖM-Kaffee im Moritzhof.“ Eines ist sicher: Julian hat noch viel vor, und es lohnt sich, regelmäßig nachzuschauen, was er Neues plant.

Fotograf: Michael Palatini

FRANZISKA

„KRÖM kooperiert mit dem lokalen Künstler Max Grimm, der schon zum zweiten Mal ein Etikett für eine Kaffeepackung gestaltet hat. Das perfekte Geschenk für Menschen, die Kaffee und Kunst mögen!“

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