BACKE, BACKE KUCHEN

25. März 2021

DULCELIA – WANZLEBEN

Hallo ihr Naschkatzen und Leckermäulchen, hier kommt etwas ganz Köstliches für euch. Wir haben einen Vormittag Konditormeisterin Julia Krainbring über die Schulter geschaut, die in ihrer heimischen Küche allerlei zuckersüße Kreationen für ihren Backblog Dulcelia zaubert.

Und damit nicht genug! Zu unserer großen Freude werden wir in regelmäßigen Abständen Julias Rezepte und Geheimtipps rund ums Backen auch auf unserem Blog veröffentlichen.

Ja, so habe ich mir den Beginn des Interviews durchaus vorgestellt. Als Julia ihre Wohnungstür öffnet, strömt mir ein herrlicher Backgeruch entgegen. Das erinnert mich an meine Kindheit. Bei meiner Oma roch die Wohnung vor Geburtstagen tagelang so, und nicht selten hatte ich Bauchschmerzen vom vielen Kuchenteignaschen. Vielleicht habt auch ihr so wohlige Erinnerungen, wenn dieser Duft durch die Luft weht.

„Meine vier Schwestern und ich durften meiner Mama immer mithelfen und uns früh beim Backen ausprobieren. So bin ich zum Backen gekommen. Für mich hat das Backen bis heute etwas Meditatives.“

Julia führt uns in ihre Küche und da steht er, ein kleiner Kuchen, auf dem eine Creme aus weißer Schokolade und Frischkäse thront. Ringsherum hübsche kleine Schälchen mit den Zutaten für den nächsten Kuchen. Jetzt folgt der Teil, der in meiner Vorstellung etwas anders war.  Der Kuchen darf nicht angerührt werden, neben Julia ist er der wichtigste Protagonist unserer Fotostrecke, und so wird unser Fotograf Michael ihn erstmal stundenlang in Szene setzen. Derweilen läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Nur Kuchenliebhaber können nachempfinden, wie schwer die folgenden Stunden wirklich waren.

Es ist nicht zu ändern, und so besinne ich mich auf den Grund meines Besuchs und versüße mir den Vormittag bei einer Tasse Kaffee und einem herrlich entspannten Interview. Julias einjährige Tochter wuselt derweilen unter dem Küchentisch herum und auch Julias Mann Phillip ist mit von der Partie. Während Micha die ersten Fotos macht, lasse ich mir von Phillip erzählen, wie sich die beiden 2013 kennenlernten. „Julia hat während ihrer Semesterferien bei meiner Mama gearbeitet, die in Schleswig-Holstein Ferienwohnungen betrieben hat. Wir kamen immer mal wieder ins Gespräch, wenn Julia gerade für die Gäste am Backen war. Es hat dann nicht lange gedauert, bis klar war, dass Julia doch ein bisschen länger als nur ein paar Wochen bleiben würde“, erzählt der Landwirt strahlend.

Heute sind sie die beiden verheiratet und haben ihren Lebensmittelpunkt auf einem Hof vor den Toren Magdeburgs. Da Julias Familie in Bayern lebt und Phillips im hohen Norden, ist der neue Wohnort durchaus praktisch. Denn beide sind Familienmenschen. Auch die Liebe zum Backen ist Familiensache und wurde Julia quasi in die Wiege gelegt. „Meine Mama ist eine begeisterte Hobbybäckerin. Meine vier Schwestern und ich durften ihr immer mithelfen und uns früh beim Backen ausprobieren. So bin ich zum Backen gekommen. Für mich hat das Backen bis heute etwas Meditatives. Ich tauche dann vollkommen in diese Welt ab und entspanne mich, so wie es andere beim Nähen oder Häkeln tun“, erzählt Julia. Dass Julia diese Leidenschaft mal zum Beruf machen würde, war aber lange nicht klar.

„Es gibt viele Ideen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in nicht allzu ferner Zukunft Backkurse anzubieten und auf Bestellung zu arbeiten. Ein Patisserie-Praktikum in Frankreich ist ein großer Traum, und auch ein kleiner Hofladen mit Café ist etwas, das ich mir irgendwann vorstellen könnte…“

Die gebürtige Rumänin machte ihr Abitur und studierte dann Soziale Arbeit. Klingt nach einem soliden Plan. Aber dann kam Phillip und es folgt der beste Beweis, dass Liebe durch den Magen geht. Er war von Julias Talent so überzeugt, dass er seine Frau 2016 bei der SAT.1-Show „Das große Backen“ anmeldete. „Dass ich gut backen kann, war mir schon bewusst. Aber ich hätte mich da nie angemeldet“, meint Julia bescheiden. Phillip Bauchgefühl sollte ihn nicht täuschen. Julia wurde Teil der Show und die einstige Hobbybäckerin begeisterte eine Staffel lang mit ihren Kreationen Publikum und Jury gleichermaßen und schaffte sogar den Sprung ins Finale. 

Nun ließ sie das Backfieber nicht mehr los und noch im gleichen Jahr wechselte sie vom Hörsaal in die Backstube. Sie begann in Magdeburg eine Ausbildung zur Konditorin. Drei Jahre später hat Julia nicht nur ihre Gesellinnenprüfung absolviert, sondern auch schon ihren Meisterbrief an der Wand hängen. Mit viel Fingerspitzengefühl und Kreativität zaubert Julia mehrstöckige Hochzeitstorten, aufwendige Cupcakes, Pralinen, ausgefallene Cremetorten und farbenfrohe Macarons: Julia weiß, was in die Rührschüsseln muss, damit Kuchenliebhaberherzen tanzen.

KONTAKT

Julia Krainbring

Telefon: 0151 291 184 87

www.dulcelia.de
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Neben der Ausbildung startete sie ihren Blog Dulcelia. Julia erklärt, dass Dulcelia ein Kunstwort ist: „Dulce ist das rumänische Wort für süß und Lia ist mein Spitzname, so nennt mich meine Familie.“ Wenn man Julias Geschichte kennt, ist das eine echte Liebeserklärung an ihre frühere Heimat Rumänien und ihre Lieblingsmenschen. 

Auf ihrem Blog nimmt die 31-Jährige ihre Leser und Leserinnen mit in die zauberhafte Welt des Backens. „Hier werden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene passende Rezepte finden. Also alle, die gern backen, ohne dass sie an den Rezepten verzweifeln. Ich liebe klassische und bodenständige Rezepte. Aber ich mag es auch Dinge auszuprobieren und kleine Nuancen zu verändern. Und so werden durchaus auch Klassiker manchmal neu interpretiert“, erklärt sie. Ihr Ehemann ergänzt schmunzelnd: „Sie ist eine absolute Perfektionistin.“ Julia stimmt dem zu und meint, dass das auch eine Zeit lang ein Grund war, mit dem Blog etwas ruhiger zu treten: „Wenn ich Rezepte und Fotos online stelle, dann muss das am besten mehr als hundertprozentig passen. Manchmal habe ich mich dann selbst unter Druck gesetzt, und dann kommt der Moment, an dem der Spaß und die Leidenschaft verloren gehen. Ich habe dann eine kreative Pause eingelegt und mich ganz meiner kleinen Familie gewidmet. Mittlerweile habe ich eine gute Balance gefunden und finde im Backen wieder meinen Ausgleich.“ Gut für die Dulcelia-Fans, denn die können sich nun auf neue süße Kuchenträume und Backtipps á la Lia freuen.

Brennend interessieren mich ihre Pläne für die Zukunft. Aus purem Eigeninteresse möchte ich auch unbedingt wissen, ob sie sich mal in der Backstube einer eigenen Konditorei sieht. „Es gibt viele Ideen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in nicht allzu ferner Zukunft Backkurse anzubieten und auf Bestellung zu arbeiten. Ein Patisserie-Praktikum in Frankreich ist ein großer Traum, und auch ein kleiner Hofladen mit Café ist etwas, das ich mir irgendwann vorstellen könnte. Aber erstmal spielt unsere Tochter die Hauptrolle, und nach und nach wird sich das Richtige ergeben“, sagt die Konditormeisterin mit einem zufriedenen Lächeln. 

Während des Interviews sagte Julia rückblickend auf ihr Studium: „Ich wollte immer einen Job, bei dem ich aus vollem Herzen sagen kann, ich tue etwas Gutes und ich helfe Menschen glücklicher zu sein.“ Ich finde ja, dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Micha und ich waren zumindest äußerst glücklich, als wir uns nach 2,5 Stunden Interview und Fotoshooting endlich auf den Kuchen stürzen durften. Und als ich den fluffigen Teig auf der Zunge zergehen ließ, wusste ich, was Phillip meinte, denn dieser Kuchen war einfach rundum perfekt.

NICOLE

„Für den ersten Macaron-Kurs habe ich mich bereits angemeldet, wann auch immer er stattfinden wird. Und ich denke, ich sollte mich unbedingt anbieten, zu Julia zu fahren, um sämtliche Geheimtipp-Rezepte für euch zu verkosten. „

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