ÜBER LENA & DAS CAFÉ POLENKA IM PAULUSVIERTEL

15. Juli 2021
Ein Artikel von: Karolin Janus

CAFÉ POLENKA – HALLE (SAALE)

Wann hast du das letzte Mal ein Buch im Café gelesen? Also wenn ich darüber nachdenke, dann ist das eine Weile her. Aber wisst ihr, wo ich das als nächstes machen werde? Im Café Polenka. Denn als kleines ‚Wohngebiets-Café‘ mit dem gemütlichen Flair eines Tante-Emma-Ladens lädt es absolut dazu ein. Doch natürlich sind die Gäste hier nicht nur Menschen aus dem Wohngebiet. Das entspannte, unaufgeregte und vor allem so persönliche Ambiente lädt viele dazu ein, sich bewusst mit einem Buch in der Hand hierher zu setzen, erzählt mir Lena. Lena Zipp ist die Inhaberin des Café Polenka und hat früher am Theater gespielt. Auch hier in Halle.


Die Kuchen bäckt sie…, das Eis wird von Lena selbst hergestellt und ab und zu gibt es auch frische Blumen für zu Hause. Lena gestaltet eben alles so, wie sie es mag…

 

 


„Ich wusste nach dem Theater noch nicht genau, wo es hingehen sollte,
aber ich wusste schon immer, dass ich mal einen eigenen Laden haben möchte.“
Lena

Und den hat sie jetzt, um genau zu sein, schon seit 2019. Und obwohl Lena die Inhaberin ist und mir beim Interview auch freudig entgegenkam, hat ihr Polenka ein wenig die Show gestohlen. Polenka ist eine kleine Terrierdame, die mir beim Termin sofort entgegenflitzte, als Lena die Tür öffnete. Und eigentlich hieß sie auch mal anders. Aber nach einer der letzten Theateraufführungen von Lena wurde sie nur noch so gerufen. „Ich fand den Namen so schön. Ich musste in dem einen Stück immer nach „Polenkaaaa“ rufen und dann dachte ich, der Name gefällt mir. Und dann hab ich sie nur noch so genannt.“ So kam die Terrierhündin zu ihrem neuen Namen. Und bald darauf auch der ehemalige Lebensmittelladen in der Schillerstraße.

KONTAKT

Café Polenka
Lena Zipp
Schillerstraße 41
06114 Halle (Saale)

Tel: 0151 627 487 14

Instagram


ÖFFNUNGSZEITEN
Mo: 14:00 – 22:00 Uhr
Di – Fr 10:00 – 22:00 Uhr
Sa: 09:00 – 22:00 Uhr
So: 09 – 18:00 Uhr

„Ich habe den Laden im Universum bestellt“, sagt Lena.

Und ich glaube ihr, denn so lebensfroh, aufgeschlossen und fröhlich, wie ich Lena kennengelernt habe, konnte sich das Universum nur beeilen, diesem Wunsch schleunigst nachzukommen. Und all jene, die das tatsächlich nachvollziehen können: ihr wisst ja, dass so was wirklich passieren kann.

Aber so oder so. Lena hat ihr Café im September 2019 eröffnet und hatte jeden Nagel und jedes Brett, das hier verarbeitet wurde, einmal in der Hand.

„Ich bin mit jeder Schraube hier verheiratet.“

„Nach fünf Monaten konnte ich keinen Baustaub mehr sehen“, erzählt sie mir, während ich mich durch das Fotoalbum vom Umbau blättere. Und ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn etwas neu entsteht und wenn man auf so viel Mühe, Schweiß und Tatendrang zurückblicken und stolz sein kann.

Und sitzt man im Polenka oder auf der dazugehörigen Terrasse, erkennt man auch, dass sich hier jemand einen ganz persönlichen Traum erfüllt hat. Wie soll ich es am besten beschreiben: stellt euch ein Café vor, das jemand eröffnet hat, der schon immer einmal ein eigenes Café haben wollte und der ein Händchen für Details hat. Es sind die bunten Bonbongläser am Tresen, die wunderschönen Tassen aus Porzellan und die Stühle an der Bar, die eigentlich aus einer alten Brotfabrik stammen. Jedes einzelne Möbelstück und jedes Deko-Element hat Lena liebevoll von Flohmärkten, Bekannten, Freunden und Künstlern zusammengetragen. Es ist ein bisschen so, als würde mich Lena in ihrem eigenen Wohnzimmer empfangen. Und natürlich schlummert Polenka neben uns auf dem Sofa.

Gerne nennt man das Polenka auch die „Perle im Paulusviertel“. Und wenngleich ich finde, dass es so nach klischeehaftem Reiseführer klingt, ist etwas dran. Denn eine Perle ist etwas Kleines, Feines und etwas, was man nicht gleich auf den ersten Blick entdecken kann. Mitten im Paulusviertel, also inmitten eines Wohngebiets, ist es zu finden. Und das ist auch der Grund, warum der Ausschank und das fröhliche Beieinandersitzen immer pünktlich um 22 Uhr enden. Was im Übrigen auch sehr nett ist, denn im Polenka kannst du gepflegt allein oder mit Freunden trinken und zu einer Uhrzeit zu Hause sein, die dir erlaubt, morgens gut rauszukommen.

„Du kannst von hier gut beschwipst und zu einer guten Uhrzeit nach Hause gehen“, sagt Lena.

Wir lachen beide. Es gibt hier keinen Stress mit den Nachbarn. Hier kann man eben herkommen, um in Ruhe seinen Kaffee zu trinken, während das Kind im Sandkasten spielt, um ein Buch zu lesen oder um einfach mal eben aus dem Haus zu fallen, durch das Viertel zu schlendern und ein Stück Kuchen zu essen.

Kaffee und Kuchen gibt es auch zum Mitnehmen, das Eis wird von Lena selbst hergestellt und ab und zu gibt es auch frische Blumen für zu Hause. Lena gestaltet eben alles so, wie sie es mag, und das merkt man. Die Kuchen bäckt sie alle selbst, auch wenn das Ausmaß an Kuchenkreationen und Backaktionen tatsächlich erst durch die Corona-Krise entstanden ist. „Ursprünglich war ein so umfangreiches Kuchenangebot gar nicht geplant.“ Doch die Auslage auf den Etageren und Drehtellern kann sich mehr als sehen lassen. Einige Kuchen sind vegan, und Lena freut sich, dass ihre Mitarbeiter so fleißig vegane Rezepte beisteuern. Im Sommer werden die Limonaden frisch kreiert und zubereitet, und der Wein kommt ausschließlich aus Naumburg. Im Polenka gibt es zwar keine warmen Speisen, aber alles ist liebevoll und bewusst für das Café ausgewählt. Es gibt ein herrliches Frühstücksangebot, ein veganes Frühstück, einen Käse-Oliven-Teller, Humus-Kreationen, und das Brot kommt direkt von der gegenüberliegenden Bäckerei Kolb und wird extra für das Polenka gebacken.

Es ist eine kleine Perle in der Nachbarschaft, im Paulusviertel und für Halle. Hier herrscht, ohne dass es aufdringlich wirkt, eine gewisse Verbindlichkeit, denn es ist ein herrlich persönliches Café. Und Lena, die ursprünglich aus Hessen kommt und lange in Berlin lebte, hat Halle ziemlich schnell ins Herz geschlossen, und zwar aufgrund seiner Verbindlichkeit.

„Halle ist wie ein Dorf. Halle ist auf dem Boden geblieben. Hier hat etwas Bestand. Hier ist auch mal was verbindlich. Ich kenne das aus Berlin, da hast du vielleicht ein großartiges Gespräch mit jemandem und dann siehst du denjenigen nie wieder und es ist aber auch egal – also so nach dem Motto ‚Komm ich heut nicht, komm ich morgen‘. In Halle war das von Anfang an anders. Das ist so schön. Ich dachte: Wie cool, man kennt die Leute nun schon ein bisschen, ein Gespräch hat Bestand, es ist verbindlich. Es ist eben eine kleine Stadt – und das ist schön.“

Und eigentlich hat sie sich schon immer ziemlich genau einen Ort wie das Polenka vorgestellt. Was für ein Glück, dass sich Lena in Halle so wohl fühlt, finde ich. Und vielleicht haben wir uns ja alle irgendwie genauso ein Café beim Universum bestellt? 😉

Fotograf: Michael Palatini

KAROLIN

„Bei Lena und dem Polenka lohnt es sich definitiv, immer mal wieder auf dem Instagram-Account zu schauen. Warum? Einfach, weil es Spaß macht und gute Laune bringt. Und weil es hier am besten zu sehen gibt, was gerade so lecker ist und los ist.“
.“

2 Kommentare
  1. Steinhausen
    Steinhausen sagte:

    Sehr schöne Atmosphäre, leckere Kuchenspezialitäten, regionale Weine und freundliche Bedienung. Sehr zu empfehlen!!!

    Antworten

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